Die Beitragsreihe um das erste Kennenlernen, die ersten Schritte zwischen einer Herrin und ihrem Sklaven werden hier fortgesetzt. Teil I – III sind für die Femdom, ab Teil IV für den Malesub geschrieben.

Teil V, der letzte Beitrag dieser Reihe, beschäftigte sich vor allem um das „Wo“ des Kennenlernens. Weiter geht es mit dem „Wie“, Auftakt hierzu sind Hinweise und Tipps rund um das Thema Profilgestaltung.

Das Profil

Da Onlineportale ein viel genutztes und durchaus Erfolg versprechendes Mittel sind, eine Frau und Femdom zu finden, seien an dieser Stelle ein paar Tipps grundsätzlicher Natur gegeben.

Deine innere Haltung

Die meisten Profile der männlichen User sprechen mich nicht an. Viele sind nicht ansprechend aufbereitet, teils nur lieblos ausgefüllt mit austauschbaren Sätzen und einem „Frag mich“ garniert. Teils mit einer abstoßenden Informationsflut versehen, deren Aussagegehalt nicht zwingend linear mit der Zeichenlänge steigt. Zitatfriedhöfe. Geschichtssammlungen. Anpreisungen längst verflossener Liebschaften oder Herrinnen.

Wer nun der Meinung ist, das sei doch nur Oberfläche, es gehe doch schließlich um den Menschen dahinter und frau könne doch nachfragen… NEIN. Geht es nicht und tut sie auch nicht, wenn es nicht ansprechend ist. Wir sind im digitalen Zeitalter angekommen; wir haben nicht mehr die 90er Jahre, in denen es aufregend war, überhaupt eine Internetpräsenz zu besitzen oder wir bunt blinkende (Augenkrebs verursachende) Seiten verzeihen. Wir leben in einer Welt der Informationsflut, in der wir täglich selektieren und selektieren müssen. Das macht jeder von uns und es wäre naiv zu glauben, eine Femdom macht das nicht, wenn sie durch die zahlreichen Profile klickt.

Also: Der erste Eindruck zählt. So banal es klingt, so wichtig ist dieser Satz.

Bevor das Profil gestaltet wird, nimm dir Zeit zu überlegen, wo du im Leben stehst, was dir wichtig ist und du dir an einem künftigen Partner wünschst. Was suchst du? Wen suchst du? Und was nicht? Nur wenn du dich und dein Ziel kennst, kannst du auch formulieren, was du willst.

10 Tipps zur Gestaltungkeyboard-886462_640

(1) Desto spannender dein Profil gestaltet ist, desto mehr Kontakte wirst du haben. Vermeide daher langweilige, allgemeine Aussagen, sondern spicke dein Profil lieber mit individuellen Statements. Punkte durch Wiedererkennungswert. – Beispiel: nicht „Ich bin devot.“ Besser ist es, konkrete Anker zu setzen wie „Ich serviere gern Tee in feinen Damenstrumpfhosen.“  Dabei kann der Text auch gern mit einem kleinen Augenzwinkern versehen werden – so erkennt die Profilbesucherin schneller, ob es passt und ihr auf der gleichen Wellenlänge liegt oder nicht.

(2) Doch übertreibe es nicht, rattere nicht deine Interessen in epischer Breite herunter. Es reicht, wenn du drei, vier solche Anker setzt. Sie sollen ein erstes Interesse wecken und das Kennenlernen erleichtern. Es ist spannender jemanden nach und nach kennenzulernen als gleich all seine Geheimnisse zu verraten.

(3) Stell die Fettnäpfchen weg: Vermeide in deinem Profiltext Sätze à la „Ich suche nicht, ich lasse mich finden.“. Das wirkt nicht devot, das signalisiert auch kein „schüchternes Mäuschen“, sondern es wirkt abweisend und teilweise arrogant.

(4) Keine Lügen! Lügen sind nicht sexy. Es ist einfach, im virtuellen Raum eigene Unzulänglichkeiten zu verstecken. Doch Schwächen und Macken, liebevoll auch „Ecken und Kanten“ genannt, hat jeder. Spätestens im realen Kennenlernen kommen sie ans Licht. Und oft ist es nicht die (vermeintliche) Schwäche, die abstoßend ist, sondern die Unaufrichtigkeit dahinter. – Natürlich ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, wann man die Sachen anspricht. Ob man schon im Profil den Hinweis auf bestimmte Umstände (z.B. bestimmte Behinderung, verheiratet etc.) gibt oder im Anschreiben.

(5) Jammere nicht, lasse keine Verbitterung durchklingen, bemitleide dich nicht selbst! „Wer gibt mir die Freude im Leben zurück…“ / „Nach vielen schlechten Erfahrungen habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dort draußen…“ / „Es findet sich ja eh keine, die mit meiner speziellen Vorliebe für…“ – Sag mal, willst du Mitleid oder eine Frau? Diese Sätze sind nichts, wirklich nichts, was eine Femdom anmacht. Egal wie klein sie einen Mann verbal herunter holt, so liegt die Freude dann im spielerischen Bezwingen und nicht im Auswringen eines mit Selbstmitleid durchtränkten Waschlappens.

(6) Und irgendwie muss auch das immer wieder gesagt werden: Notgeiles Geschreibe stößt ab!Der Praxistest: Nachdem du deinen Profiltext geschrieben hast, im Entwurf gespeichert und noch nicht freigeschalten, holst du dir einen runter. Komm, fang an zu wichsen! …. So, und nun ließt du dir deinen Text noch einmal durch. Noch Änderungen?

(7) Ein anderes Klientel an Männer ist nicht nur frei von Selbstzweifeln, nein, dort geht es in die andere Richtung: Eine gute Darstellung im Profil ist wichtig, doch so wie das Jammern nicht sexy ist, so sind selbstverliebte, überzogene Selbstdarsteller unsympathisch. Es braucht sich niemand kleiner machen, doch schafft es im Zweifel Sympathien, die Höhe des eigenen Kontostandes nicht zwischen den Zeilen mitklingen zu lassen. Ein Dom Pérignon lässt sich auch ohne Preisangabe genießen.

(8) Ein devoter Mann ist kein Mann, der sich selbst aufgibt.  Vermeide daher Floskeln die nicht nur Wahllosigkeit ausdrücken, sondern auch Sätze, mit denen du dich selbst degradierst – das hat hier nichts zu suchen. Beispiel „Mit meinen Vorlieben bin ich total flexibel.“ oder „Du kannst alles mit mir machen, was du willst.“. Sicher nicht. Vermeide solche Sätze und setze dir lieber einen Rahmen, deine Tabus und Grenzen, in denen das Spiel stattfinden soll. – Und: Als Femdom finde ich es viel reizvoller wenn mein Partner Grenzen hat und ich diese mit ihm gemeinsam im Spiel entdecke oder sanft etwas dehne…

(9) Überflüssig sind „Wenn du mehr wissen willst, frag mich einfach“-Sätze: Wenn frau Interesse hat, dann fragt sie sowieso. – Das ist auch kein Satz, der einen leeren Raum beim Profiltext rechtfertigt, denn – da sind wir wieder bei Tipp 1 – irgendwo müssen die Anker zum ersten Interesse gesetzt werden.

(10) Lerne von anderen. Gleich wie eloquent du bist, es schadet nichts, sich ein Bild von Profilen anderer Malesubs zu verschaffen. – Such dir Profile, die du für besonders ansprechend auf Frauen hältst, heraus. Oder bitte eine befreundete Frau darum. Warum wirken sie so ansprechend? Gibt es ungeschriebene Gemeinsamkeiten? Wie lang sind die Profiltexte? Was enthalten sie nicht? … Es geht nicht darum, jemanden zu kopieren. Doch es ist keine Schande, erfolgreiche Muster für sich zu nutzen.

Das Profilbild

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Es ist kein Geheimnis, dass ein Profil mit einem Profilbild mehr Kontakte generiert als ohne. Menschen sind visuell geprägt, sie wollen ihr Gegenüber sehen, sich einen ersten Eindruck verschaffen. Daher mein Plädoyer für das Hochladen eines geeigneten Profilbildes.

Ich kann verstehen, dass man sich schützen und nicht gleich mit einem Gesichtsbild zu erkennen geben will. Im Gegenteil, ich empfehle dringend all jene User, die in beruflich sensiblen Positionen anzutreffen sind, kein Bild mit Wiedererkennungswert in das Profil einzustellen. Ein Portrait lässt sich auch so generieren, dass es zwar einen ersten Eindruck verschafft, aber nicht so wesentliche Gesichtszüge verrät, dass die Nachbarin oder der Arbeitskollege – warum auch immer sie oder er diese Seiten besucht – um ein Geheimnis reicher ist. – Beispiel: Ein Verdecken der Augenpartie mit einer seidenen Augenbinde.

Eigentlich schon fast selbstverständlich, doch da diese Bilder so zahlreich anzutreffen sind, hier noch einmal explizit:

Keine in die Linse gehaltenen Nacktärsche, keine Brustausschnitte, keine Ausschnitte der Geschlechtsteile (das wirkt vulgär – ja, egal wie groß er ist). Keine trunkenen Partybilder. Und keine Bilder, in denen du jemand anderes im Arm hältst – eine andere Frau hat im Profilbild nichts zu suchen.

Auch im Bereich der Bilder sollte nicht ein Eindruck vermittelt werden, der der Realität nicht standhält und dann vielleicht für eine unangenehme Überraschung sorgt. Kurz: das Bild sollte nicht älter als 3 Jahre sein.

Sicher gibt es noch viel zu sagen über Bilder und Bildaufbau und Darstellung im Bild. Doch darüber haben andere kluge Menschen im Netz ganz ohne BDSM-Kontext schon viel geschrieben. Hier lassen sich gute Anregungen gewinnen.

Eine Idee zum Schluss: Frag eine/n Freund/in, ob sie bzw. er Lust auf einen Nachmittag mit gegenseitigem Fotografieren hat. In lockerer Stimmung und mit Spaß an die Sache herangehen… 😉

 

[Fortsetzung folgt]